ENTWICKLUNG VERKEHRSBERUHIGUNG SERFAUS

Da die Serfauser Dorfbahnstraße eine Sackgasse ist und deshalb sämtlichen Zielverkehr zu den Bergbahnen aufnehmen musste, kam es vor allem während der Wintersaison immer wieder zu Staus, die die Lebensqualität für Einwohner und Touristen stark beeinträchtigten. 1970 beschloss der Gemeinderat, die Dorfbahnstraße für den Individualverkehr zu sperren und am Dorfeingang einen großen Parkplatz zu errichten. Die Skitouristen wurden mit Bussen befördert. Aufgrund der ständig wachsenden Zahl von Touristen stießen die Skibusse jedoch bald an ihre Kapazitätsgrenzen.

1983 erhielt das Ingenieurbüro Lässer-Feizlmayer in Innsbruck den Auftrag, ein alternatives Transportkonzept auszuarbeiten. Vorgeschlagen wurde eine unterirdische Luftkissenschwebebahn vom Parkplatz zur Talstation der Bergbahnen. Im Dezember 1983 genehmigte der Gemeinderat das Projekt, die Bauarbeiten begannen im Juli 1984. Am 14. Dezember 1985 erfolgte die Inbetriebnahme der Serfauser Dorfbahn. Die offizielle Eröffnung war am 16. Jänner 1986.
Die Bahn verkehrt unter der Serfauser Dorfbahnstraße in einem Tunnel, der in offener Bauweise errichtet wurde. Sie verbindet den Parkplatz am talseitigen, östlichen Rand des Dorfes mit der Talstation der Seilbahnen des Komperdell-Skigebiets am bergseitigen, westlichen Rand des Dorfes. Die Streckenlänge beträgt 1.280 m, der kleinste Kurvenradius 300 m. Mit einer maximalen Neigung von 5,35 % wird zwischen den Endstationen ein Höhenunterschied von 20 m überwunden. Es gibt vier Stationen (Parkplatz, Kirche, Zentrum und Seilbahn).

Der touristische Erfolg, die steigenden Nächtigungszahlen und die damit verbundene Kapazitätssteigerung bei den Bergbahnen und den Beherbergungsbetrieben im Ort führte naturgemäß auch zu einem höheren Verkehrsaufkommen.
In der Wintersaison gilt seit vielen Jahren ein Fahrverbot im Ort, Ausnahmen davon sind genau geregelt (Gäste dürfen am Anreisetag mit dem Auto zur Unterkunft fahren. Während der Aufenthaltsdauer ist das Benützen des Fahrzeuges ortsinnerhalb (z. B. für Einkaufsfahrten, Fahrten zur Seilbahn, …) verboten. Für den Versorgungsverkehr (Lebensmittel, Güter des täglichen Bedarfs) bestehen genaue Anlieferregelungen: Nur am DI und FR jeder Woche ist die Anlieferung möglich...).

In den letzten 10 Jahren hat der Sommertourismus in Serfaus sehr an Bedeutung gewonnen. Die Errichtung attraktiver Einrichtungen am Berg (Murmliwasser, Panorama-Genuss-Weg, Abenteuerwege, Erlebnispark Hög,...) und im Ortsbereich (Spielplätze,...), die Einführung der Super.Sommer.Card und Attraktivierung des Rahmenprogramms brachten auch im Sommer deutliche Steigerungen der Frequenzen. Hauptkritikpunkt von Gästen und Einheimischen war die damit einhergehende Intensivierung des Verkehrs auf den oft engen Dorfstraßen. Also wurde nach einer Lösung gesucht, um auch langfristig ein lebenswerter Ort zu bleiben.
2013 folgte der erste wesentliche Schritt zur Verkehrsberuhigung im Sommer: das Sommerfahrverbot trat in Kraft. Die wichtigen Punkte daraus:
Freiwilliger Auto-Verzicht für Serfauser: Kein verordnetes Fahrverbot – der Verzicht auf das Auto ist freiwillig!
Bestehendes Nachtfahrverbot bleibt bestehen
Absolutes Fahrverbot gilt für Tagesbesucher und Pendler
Beschränkungen für Anlieferungen wie im Winter
Ausnahmeregelung für Landwirtschaft
Generelle ganzjährige Geschwindigkeitsbegrenzung für LKW 3,5t auf 20km/h

Die Entwicklung wurde in den Jahren 2013 und 2014 beobachtet und kritisch analysiert. Der Verkehr konnte reduziert werden, nahm 2014 aber wieder etwas zu. Deswegen wurde unter fachlicher Begleitung von Ing. Helmut Hirschhuber das Konzept einer Begegnungszone für Serfaus erarbeitet. Am 17. April wurde das Konzept in einer Gemeindeversammlung vorgestellt und diskutiert. Die Idee stieß bei den Serfauserinnen und Serfausern auf breites Wohlwollen und so fasste der Gemeinderat am 27. April 2015 den einstimmigen Beschluss: die Begegnungszone tritt am 13. Juni 2015 in Kraft, Serfaus wird zu einer der größten Begegnungszonen Österreichs.

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