Station 11: Zenokapelle

Die Geschichte der Zenokapelle
Die erste urkundliche Nennung der Zenokapelle findet sich 1326. Das Zeno-Patrozinium geht auf eine frühmittelalterliche Tradition zurück. Der Heilige Zeno wirkte im vierten Jahrhundert als Bischof von Verona. Seine Verehrung begann bald nach seinem Tod und verbreitete sich von Italien aus im achten Jahrhundert nach Bayern. Die Kapelle auf dem „Burghügel“ bestand bis ins 19. Jahrhundert. Nach ihrer Zerstörung im Jahr 1813 wurde sie 1843 an ihrem heutigen Standort neu errichtet.

Die Glocke der St.-Zeno-Kapelle
1813 nahm der Bauer Sebastian Purtscher die Glocke aus der alten Kapelle an sich. Drei Jahrzehnte später fand sie ihren Weg zurück in den Neubau von 1843, wo sie seither im Glockenturm hängt. Nur einmal verließ sie ihren Bestimmungsort, als sie 2001 für eine wissenschaftliche Untersuchung an die Universität Innsbruck kam. Das Alter der Glocke wurde ins 15. Jahrhundert, jedoch „frühestens ab 1415“ datiert. Die lateinische Inschrift bedeutet „O ruhmreicher König komm zu uns mit Frieden“ und ist ein seit dem 12. Jahrhundert bekanntes Friedensgebet. Die Qualität der Kupfer-Zinn Legierung mit einem beachtlich hohen Bleianteil ist gemessen an der Entstehungszeit gut. Aufgrund der verwendeten Materialien und des Glockentyps wird von einer hoch entwickelten Handwerkskunst ausgegangen. Die Glocke kann noch immer händisch geläutet werden, wie etwa bei den Bittgängen nach St. Georgen. Früher wurde sie auch bei Todesfällen im Ortsteil St. Zeno geläutet.

Die „Wegkapelle“ St. Zeno
Gelegentlich wird die Kapelle St. Zeno auch als „Wegkapelle“ bezeichnet. Wegkapellen sind kleine Kapellen an Wegen, Kreuzungen oder Dorfeingängen, die vor dem Betreten eines Ortes zum Beten oder Verweilen einladen. Ob die Kapelle St. Zeno ursprünglich eine solche Wegkapelle war, darf bezweifelt werden. Zumindest bis 1813 stand sie etwas abseits des Weges am Zenohügel, erst seit ihrer Übersiedlung an den heutigen Standort im Jahr 1843 liegt sie tatsächlich an einem Weg. Und dieser Weg war – anders als heute – keine Nebenstraße, die irgendwann in einen Wald- oder Forstweg übergeht. Dieser Weg war die wichtigste Verbindung nach Serfaus, ehe die Straße über Ried und Fiss ausgebaut wurde. Er führte vom Ortsteil Tschupbach im Inntal über Stadelwies, nördlich an St. Georgen vorbei (dieser Ortsteil war über einen eigenen Weg zugänglich) und durch Easpa von Süden in den Ortsteil St. Zeno, dann über den Mühlbach nach Serfaus. Serfaus wurde also aus heutiger Sicht „von hinten“ betreten, und der Zenohof und die Zenokapelle waren die ersten Gebäude am Dorfeingang. Insofern darf man spätestens ab 1843 durchaus von einer „Wegkapelle“ sprechen, die außerdem bis ins 20. Jahrhundert am Hauptzugang des Dorfes Serfaus lag.
Den alten Weg von Tschupbach nach Serfaus darf man sich als steilen Karrenweg vorstellen, geeignet für ein Ochsengespann oder den Viehtrieb. Er war flacher als ein Fußweg ausgeführt, aber deutlich steiler als ein heutiger Fahrweg. Die Qualität des Weges dürfte wohl dem entsprochen haben, was wir heute einen unbefestigten Waldweg nennen würden.






















